Die Chronik der Otto Fahsig GmbH
Von den Anfängen bis zur modernen Spezialchemie
Gründung
Am 17.12.1940, mitten im 2. Weltkrieg, meldete der Firmengründer Otto Fahsig sen. seine seit 1935 bestehende Firma beim Handelsregister-Gericht Düsseldorf an. Am 21. Januar 1941 wurde diese dann ins Handelsregister eingetragen.
Wegen der Kriegseinwirkungen mussten die Betriebsräume innerhalb der Stadt Düsseldorf mehrfach verlegt werden. So befanden sie sich zunächst in der Tussmann-Straße 33, dann in der Franklin Straße, später in der Rethelstraße und zum Schluss schließlich in Düsseldorf-Benrath, Hauptstraße 10.
Während des Krieges wurde ein Lager ausgebombt, ein anderes ging durch eine Brandbombe verloren. Lieferfahrzeuge wurden zerstört oder durch die damalige Wehrmacht beschlagnahmt. Aus diesen Gründen befand sich das Büro und Auslieferungslager der Firma während des Krieges vorübergehend auch in Weesp, Holland.
Der Gründer
Herr Fahsig war am 14.10.1900 in Mönchengladbach als erster Sohn von Otto und Elise Fahsig (geb. Schnitzler) geboren worden. Er besuchte in Mönchengladbach das Gymnasium. Bereits 1918 am Ende des 1. Weltkrieges verloren er und seine Schwester Helmine ihre Mutter. In der schwierigen Zwischenkriegszeit begann sein Start ins Berufsleben.
Ab 1935 beschäftigte er sich mit dem Handel und der Herstellung von chemischen Produkten. Sein Vater (gest. 22.03.37), der sich mit der Herstellung von Farben und Lacken befasst hatte, konnte ihm in vielen Dingen mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Auch der Großvater mütterlicherseits, Herr Schnitzler, war Fabrikant gewesen. Er erzeugte seit 1888 Arbeitsschutz-Produkte wie z.B. Schutzhandschuhe für Schweißer. So kommt es nicht von ungefähr, dass chemische Produkte des Arbeitsschutzes den späteren Schwerpunkt der Firma Otto Fahsig bildeten.
Produkte 1940
Anfangs konzentrierte sich die Firma Fahsig auf die Herstellung von Reinigungs-Chemikalien, wie z.B. dem Abflussreiniger "Rohrrein" oder dem Scheuermittel "Fafix". Bald ergänzten artverwandte Produkte der Betriebshygiene, wie z.B. Luftreiniger-Patronen und WC-Beckensteine "Sanozon" das Lieferprogramm. Diese Produkte wurden jedoch ausschließlich an Großabnehmer wie das Hotel- und Gaststätten-Gewerbe und Industrie-Betriebe geliefert.
Später kamen technische Chemieprodukte, wie z.B. das Dichtigkeitsprüfmittel "NEKAL" für den industriellen Bedarf hinzu. Diese Produkt-Reihe wurde später immer weiter ausgebaut und stellt heute die Basis unseres Verkaufs-Programmes dar.
Bei der Auswahl und Entwicklung neuer Produkte wurde schon immer großer Wert auf verbesserte Arbeitsbedingungen des Anwendungs-Personals, auf Arbeitssicherheit und auf Umweltverträglichkeit gelegt. Diese Bemühungen fanden schließlich ihre öffentliche Anerkennung in Preisen und Medaillen, die die Firma Otto Fahsig für ihre Produkte erhielt.
Medaillen 1951/52
In den Jahren 1951 und 1952 erhielt unsere Firma für hervorragende Leistungen eine ganze Reihe von Anerkennungen und Medaillen:
- Gold auf der Westfälischen Hotel- und Gaststätten-Fachschau in Dortmund
- Silber auf der Konditorei-Fachausstellung 1951 in Stuttgart
- Silber auf der Süddeutschen Fachmesse für das Hotel- und Gaststättengewerbe in Reutlingen
- Bronze auf der Landes-Fachschau für das Hotel- und Gaststättengewerbe Nordrhein-Westfalen in Münster
- Eine Anerkennungs-Urkunde auf der Großen Gesundheitsausstellung Köln 1951
Betriebsbau Ainring
Als eines der ersten Industrie-Unternehmen begann die Firma 1960 mit der Errichtung eines Betriebsgebäudes in Ainring. Das neue Gebäude sollte ein Forschungs-Institut beherbergen, um insbesondere der Verbesserung der vorhandenen und der Entwicklung neuer Produkte zu dienen.
Bei der Entscheidung für Ainring spielte sicherlich dessen Lage inmitten des schönen Berchtesgadener Landes eine große Rolle. Als begeisterter Bergsteiger machte Otto Fahsig hier regelmäßig Urlaub. Aber außer Erholung in der Natur bietet die nur 10 km entfernte Stadt Salzburg eine kulturelle Vielfalt.
Schon kurz nach der Fertigstellung des neuen Betriebsgebäudes zog Otto Fahsig sen. mit seiner Familie nach Ainring. In Düsseldorf befand sich weiterhin in Kundennähe die Fabrikation und das Auslieferungslager.
Entwicklung GASPRUF
1964 gelang nach unzähligen Testreihen in dem neuen Forschungs-Institut in Ainring die Entwicklung eines neuartigen Lecksuchmittels. Dieses Lecksuch- oder Dichtigkeits-Prüfmittel wurde sogleich zum Patent angemeldet und ab diesem Jahr unter der Marken-Bezeichnung GASPRUF (heute GASPRUF-Paste) verkauft. Aufgrund seiner neuartigen Eigenschaften eroberte das Dichtigkeitsprüfmittel GASPRUF sozusagen im Sturm den Markt.
Für die Erfindung dieses Lecksuchmittels erhielt Otto Fahsig schließlich 1969 posthum das Deutsche Bundespatent Nr. 1 273 863. Auch heute noch, Jahrzehnte nach seiner Entwicklung, wird dieses Lecksuchmittel in großem Umfang verwendet, insbesondere bei Großverbrauchern, wie dem Rohrleitungsbau, dem Behälterbau und den Gasversorgungs-Unternehmen.
Nachfolge
Leider viel zu früh verstarb Otto Fahsig sen. im Landeskrankenhaus Salzburg. Er hinterließ seine Frau Rosalinde Fahsig mit 7 minderjährigen Kindern. Sein ältester Sohn Otto war zu diesem Zeitpunkt erst 10 Jahre alt, sodass die Firmenleitung von einem angestellten Geschäftsführer übernommen werden musste. Etwa 10 Jahre lang wurde die in Düsseldorf-Benrath befindliche Firma "Otto Fahsig's Erben" von Chieming aus geleitet, während die Kinder in Ainring aufwuchsen.
Nach Abschluss seiner Ausbildung konnte dann der älteste Sohn Otto (III.) 1975 die Firma seines Vaters übernehmen. Die Geschäftsführung wurde nach Ainring verlegt. Die Umsätze der Firma waren in den vergangenen 10 Jahren stark zurückgegangen, sodass unter großen Schwierigkeiten ein Neubeginn gemacht werden musste.
Betriebsstätte Ainring
Der ursprünglich als reine Forschungsstelle geplante Betrieb in Ainring entwickelte sich in der Folge immer mehr zur Zweigniederlassung (Geschäftsstelle -Süd-) und schließlich zur Hauptniederlassung. Hier befand sich die Geschäftsführung, die Entwicklung und die Verwaltung. Schließlich wurde hier das Produkt GASPRUF-Flüssig entwickelt, das anschließend auch in Ainring produziert wurde.
1978 wurde dann endlich die gesamte Fabrikation und danach die Auslieferung nach Ainring verlegt. Durch die verkehrsmäßig günstige Lage Ainrings in der Nähe des großen Güterbahnhofes Freilassing, der Autobahn A8 (München-Salzburg) und des Flughafens Salzburg war das kein Problem.
Die Niederlassung in Düsseldorf, die zum Schluss nur noch die Auslieferung an Kunden im Raum Düsseldorf besorgte, wurde schließlich ganz aufgegeben. Heute befinden sich alle Betriebsteile in Ainring.
Produkte 1975
Inzwischen hatte sich GASPRUF®-Paste zum Hauptprodukt entwickelt. Bald gesellten sich dazu die Produkte GASPRUF®-Flüssig und GASPRUF®-Spezial, die beide 1975 die DVGW-Anerkennung Nr. G75 e 235 des Deutschen Vereins der Gas- und Wasserfachmänner (DVGW) erhielten.
Schon in diesem Jahr, als von Umweltschutz noch kaum die Rede war, war GASPRUF®-Flüssig das einzige Lecksuchmittel ohne Treibgas auf dem gesamten europäischen Markt. Durch das seither immer strammer gestiegene Umweltbewusstsein konnte sich das Produkt einen immer größer werdenden Marktanteil erobern.
1982 erhielt "GASPRUF®-Flüssig" die DVGW-Anerkennung nach der neuen DIN 30657. Damit ist es bis heute das einzige treibgaslose Lecksuchmittel mit DIN-DVGW-Registrierung.
Lehrlings-Ausbildung
Ab dem Jahr 1983 verließen die geburtenstarken Jahrgänge die Schulen und sorgten für einen enormen Lehrstellen-Mangel. Aus diesem Grund entschlossen wir uns, ebenfalls mit der Lehrlings-Ausbildung zu beginnen und zwar im Ausbildungsberuf "Bürokaufmann".
Obwohl der Beruf des "Bürokaufmanns" den Schwerpunkt auf die Verwaltung legt, werden die kaufmännischen Lehrlinge bei der Firma Fahsig sehr umfassend und vertriebsorientiert ausgebildet. Die hohe Ausbildungs-Qualität kann auch daran erkannt werden, dass fast alle Auszubildenden aufgrund ihrer guten Leistungen ihre Lehrzeit verkürzen konnten. Zwei Lehrlinge erhielten sogar aufgrund ihrer durchwegs sehr guten Leistungen bei der Abschluss-Prüfung eine formelle Anerkennung der Industrie- und Handelskammer München in Form eines Buchgeschenkes und einer lobenden Erwähnung im IHK-Organ "Industrie und Handel".
Nachfüll-Kanister
Um dem wachsenden Abfallproblem Herr zu werden, wird seit 1990 GASPRUF-Flüssig auch in Kanistern mit Zapfhahn angeboten, sodass die einzelnen Flaschen immer wieder nachgefüllt werden können und beim Kunden keinerlei Abfälle entstehen. Dieses Angebot stieß auf überraschend gute Resonanz, zumal sich der Anwender dabei auch noch Geld sparen kann. Der Kanister kann in gereinigtem Zustand sogar zurückgegeben und neu befüllt werden.